Annuitätendarlehen

Annuitätendarlehen als Standard der Immobilienfinanzierung

Wenn Sie nicht rechtzeitig im Leben ein Bausparvertrag abgeschlossen haben oder sich den Traum von einer eigenen Immobilie in relativ kurzer Zeit verwirklichen wollen, dann wird sich für Sie unter Umständen das Annuitätendarlehen als die richtige Methode erweisen. Im Grunde genommen ist ein Annuitätendarlehen nichts anderes als ein klassischer Ratenkredit und die meist genutzte Form der Baufinanzierung. Diese Definition ergibt sich bereits aus dem Wort „Annuität“, was ins Deutsche übersetzt in etwa „monatliche Rate“ bedeutet.

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Eigenkapital beim Annuitätendarlehen

Baufinanzierung durch Annuitätendarlehen

Um ein Annuitätendarlehen von Ihrer Bank oder Sparkasse zu erhalten, müssen Sie in der Regel einen entsprechenden Anteil an Eigenkapital mitbringen. Gefordert werden hier meist mindestens 20 Prozent. Wenn Sie über mehr Eigenkapital verfügen, um so besser. Das Kreditinstitut wird Ihnen nun die Differenz, welche zwischen dem Immobilienpreis und Ihrem Eigenkapitalbetrag entsteht, als Darlehen gewähren. Dieses Darlehen zahlen Sie in gleichbleibenden Monatsraten über einen festgelegten Zeitraum ab.

 

Zinsen und Tilgung bei der Baufinanzierung

Das Besondere am Annuitätendarlehen ist, dass sich jede monatliche Rate, die Sie als Darlehensnehmer abzahlen, sowohl aus einem Tilgungsanteil als auch aus einem bestimmten Zinsanteil zusammensetzt. Diese Anteile bleiben jedoch während der Rückzahlungsphase nicht immer gleich, sondern verschieben sich gegeneinander. Grund dafür ist, dass sich mit zunehmender Tilgung des Darlehens die Zinsen immer weiter verringern. Der Tilgungsanteil wird sich also mit zunehmender Rückzahlungsdauer immer weiter erhöhen, wobei der Zinsanteil durch jede einzelne Rate immer weiter abgesenkt wird.

 

Bei einem Annuitätendarlehen zahlen Sie also am Anfang der Rückzahlungsphase relativ große Zinsbeträge und tilgen dafür wenig. Am Ende dieser Phase wird es jedoch genau umgekehrt sein. Die übliche Höhe der Tilgung zu Anfang der Rückzahlungsphase liegt beim Annuitätendarlehen meißt zwischen zwei und drei Prozent. Einige Kreditinstitute bieten jedoch an, mit nur einem Prozent Tilgung zu beginnen und damit die Höhe der monatlichen Raten möglichst gering zu halten. Dem Darlehensnehmer muss dabei aber klar sein, dass sich durch diese geringen Raten die Baufinanzierung deutlich in die Länge zieht.

Zinsbindung bei einer Baufinanzierung durch ein Annuitätendarlehen

Wie die Zinsbindung und die Zinssätze bei einem Annuitätendarlehen festgelegt werden, lässt sich oft flexibel mit Bank oder Sparkasse aushandeln. Es kann vereinbart werden, dass die Zinssätze für die gesamte Laufzeit der Baufinanzierung direkt bei Vertragsabschluss festgelegt werden. Für den Darlehensnehmer ist das die günstigsten Möglichkeit, da er hierbei von vornherein mit festen Zinssätzen kalkulieren kann, die völlig unabhängig von der Lage auf den Wirtschafts- und Finanzmärkten bestehen bleiben. Allerdings werden bei hohen Beträgen der Baufinanzierung nur wenige Kreditinstitute diese Möglichkeit anbieten.

Üblicher ist die Zinssätze für einen bestimmten Zeitraum der Zinsbindung im Voraus festzulegen. Das können zum Beispiel fünf oder auch zehn Jahre sein. Ist dieser Zeitraum der Zinsbindung abgelaufen, kann das Kreditinstitut die Zinssätze erneut festlegen beziehungsweise mit dem Darlehensnehmer aushandeln.

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Vorteil bei der Baufinanzierung durch ein Annuitätendarlehen

Für den Darlehensnehmer ist das Annuitätendarlehen als Baufinanzierung vor allem interessant, weil sich die Kosten für den Kredit sehr gut im Voraus berechnen lassen. Die monatliche Ratenhöhe bleibt immer gleich, lediglich die Zinssätze können sich nach Ablauf des festgelegten Zeitraums der Zinsbindung ändern. Für die Berechnung des Tilgungs- und des Zinsanteils in den einzelnen Monatsraten können Sie sich von Ihrer Bank einen so genannten Tilgungsplan erstellen lassen. Zwar wäre es auch möglich, diese Anteile eigenständig zu berechnen, da sie sich jedoch mit jedem Monat ändern, ist dies relativ schwierig und zeitaufwändig – lässt sich jedoch relativ gut mit MS-Excel relativ gut umsetzen.

Sicherheiten bei der Baufinanzierung durch ein Annuitätendarlehen

Über die Sicherheiten für ein Annuitätendarlehen muss nicht viel gesagt werden. Neben dem Eigenkapitalanteil fordern die Kreditinstitute in der Regel weitere Sicherheiten, zum Beispiel eine Lebensversicherung oder ähnliches. Als Sicherheit können übrigens auch ein- beziehungsweise mehrere Bürgen gelten, die mit ihrem Kapital für die ordnungsgemäße Rückzahlung des Darlehensbetrags geradestehen. Zudem bestehen die meisten Banken und Sparkassen bei einer Baufinanzierung auf einen Eintrag im Grundbuch.