Antizyklisches Handeln

Im Grunde genommen ist das antizyklische Handeln gar keine eigene Strategie, sondern eine grundsätzliche Haltung bei der Anlage von Kapital, die sich jeder Anleger nach Möglichkeit zu Eigen machen sollte. Das antizyklische Handeln kann damit praktisch mit allen anderen Kapitalanlagestrategien kombiniert werden und verstärkt diese in idealer Weise.

Auf der anderen Seite muss klar sein: Antizyklisches Handeln erfordert vom Anleger sehr starke Nerven und eine entsprechende Disziplin. Wer angesichts fallender Kurse für ein bestimmtes Investment schnell in Panik gerät und dann eventuell unüberlegte Entscheidungen trifft, für den ist das antizyklische Handeln eher nicht geeignet.

 

Kommen wir zum Kern der Sache: Antizyklisches Handeln heißt nichts anderes, als seine Investments gezielt so auszuwählen, dass diejenigen bevorzugt werden, die sich laut Meinung von Experten momentan in einer eher schlechten Phase befinden. Dabei wird darauf spekuliert, dass sich der jeweilige Wert in absehbarer Zeit zwangsläufig wieder erholen muss. Hinter dem Ganzen steht das Gesetz des sich selbst regulierenden Marktes, welches sich in der Vergangenheit immer wieder als wahr erwiesen hat.

Jede Kapitalanlage befindet sich irgendwann in einer schlechten Phase, und bislang konnte auch jede dieser Kapitalanlagen irgendwann wieder entsprechende Aufwärtsbewegungen verzeichnen. Die Strategie liegt also auf der Hand: Wird ein Investment in einer schlechten Phase erworben, muss daraufhin zwangsläufig wieder ein Aufstieg erfolgen und der Anleger kann sein Kapital somit effektiv vermehren.

 

Es gleicht also nach den bisher gemachten Erfahrungen fast einem Naturgesetz, dass sich jede schlecht laufende Anlage irgendwann wieder einmal erholen muss. Man muss sich allerdings darüber im Klaren sein, dass niemand zuverlässig voraussagen kann, wie lange der Zeitraum dauert, in dem sich der Wert in einer schlechten Phase befindet. Daher kommt die Strategie des antizyklischen Handels ausschließlich für Anleger infrage, die über einen ausreichend großen finanziellen Background verfügen, um auch längere Durststrecke unbeschadet zu überstehen. Für kurzfristige Investments kann diese Strategie tödlich sein, ein Totalverlust des Kapitals ist hierbei nicht selten.